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Terrarium

Das Terrarium sollte für ein ausgewachsenes Pärchen eine Mindestgröße von ca. 50x50x80cm aufweisen. Da Anolis Baumbewohner sind, sollte das Terrarium hochformatig sein. Auch in kleineren Terrarien ist eine erfolgreiche Haltung und Zucht möglich, jedoch können die Tiere hier nicht alle ihre arttypischen Verhaltensweisen ausüben. Empfehlenswert ist nur die Haltung von einem Männchen zusammen mit einem Weibchen. Im Regelfall bringt die Haltung von mehreren Weibchen auf Dauer Probleme mit sich. Das unterlegene Weibchen wird in aller Regel vom dominanten Weibchen so sehr gestresst, dass diese weniger Futter aufnimmt und sich oft nur versteckt. Positiv wirkt sich hingegen Sichtkontakt zu anderen Anolis aus. Besonders die Männchen zeigen dann ihr ritualisiertes Territorialverhalten und sind of in den leuchtendsten Farben zu sehen. Zusätzlich verlieren die Tiere so auch meist ihre Scheu.

Die Temperaturen sollten tagsüber im oberen Bereich des Terrarium die 30°C- Marke erreichen. Im unteren Bereich kann es deutlich kühler bleiben, sodass die Anolis sich ihren bevorzugten Aufhenthaltsbereich nach der Temperatur aussuchen können. Nachts können die Temperaturen auf 20-26°C fallen.

Je nach Herkunft wird eine höhere oder niedrigere Feuchtigkeit benötigt. Es ist empfehlenswert, sich vor der Anschaffung der Tiere über deren Herkunft und das Klima an ihrem Vorkommen zu informieren. Allgemein sind aber alle Arten und Unterarten relativ einfach und bei etwa gleichen Bedingungen gut zu halten. Lediglich die wenigen montanen Unterarten bzw Lokalformen von Anolis roquet, Anolis oculatus und Anolis marmoratus kommen in ihrem natürlich Lebensraum in permamenter Feuchtigkeit vor und scheinen diese auch im Terrarium gut zu vertragen.

Um die Feuchtigkeit zu erreichen, sollte mehrmals am Tag für eine kurze Dauer das Terrarium gesprüht werden und danach wieder abtrocknen. Die Anolis nehmen Wasser als Tropfen von den Blättern, aber auch aus Bromelien-Zisternen auf. Die Belüftungsflächen sollten eine Standardgröße aufweisen. Ist das Terrarium auf dauer zu trocken, können diese teilweise einfach mit Klebeband zugeklebt werden.

Die Beleuchtug stellt einen wesentlichen Garant für den Haltungserfolg dar. Hier gilt: Viel hilft viel. Die Kleinen Antillen liegen fast am Äquator und die Sonne steht dementsprechen das ganze Jahr übe rhoch am Himmel. Die Sonneneinstrahlung in der Natur ist also sehr hoch. Erst bei viel Licht zeigen die Männchen ihre prachtvollen Farben. Ich empfehle eine Beleuchtung mit HQI-Strahlern oder anderen Metalldampf-Lampen als Grundbeleuchtung. zusätzlich sollte in jdem Fall eine UVB-Beleuchtung installiert sein, um die Aktivität der Tiere zu steigern und Rachitis vorzubeugen.
In der Natur sitzen die Anolis allerdings keinetwegs den ganzen Tag in der prallen Sonne. Nur am Morgen und am Abend sonnen sich die Tiere in der Regel. Den Rest des Tages verbringen sie im Schatten bei etwa 10.000Lux. Das entspricht etwa 5% der direkten Sonneneinstrahlung der Mittagssonne.

Die Bepflanzung sollte, je nach Herkunft üppiger oder etwas weniger üppig ausfallen. Geeignete Pflanzen findet man beispielsweise im Baumarkt oder auf Terraristik-Börsen. Es eignen sich unter Anderem Bromelien, Farne, Begonien, kleinbleibende Rankenpflanzen oder einige Ficus-Arten.

Besonders wichtig für das Wohlbefinden und das natürlich Verhalten der Anolis ist die Einrichtung mit Ästen. In der Natur leben die meisten Arten der Anolis von den Kleinen Antillen fast ausschließlich an Baumstämmen oder anderen vertikalen oder leicht schrägen Objekten. Das Terrarium sollte dementsprechend eine Rückwand besitzen, welche für die Tiere die Möglichkeit zu Klettern bietet. Außerdem sollte ein großer diagonaler etwa unterarmdicker Ast einen Ortswechsel durch das gesamte Terrarium ermöglichen. im oberen Bereich sollte ein horizontaler, ebenfalls unterarmdicker Ast als Sonnenplatz direkt unter der Lampe eingebracht sein. Die Tiere halten sich meist im oberen Drittel des Terrarium auf. Dementsprechend sollten auch hier die meisten Klettermöglichkeiten vorhanden sein. Allerdings stellt man fest, dass tatsächlich nur wenige Äste wirklich genutzt werden. Man sollte also eher sparsam mit der Einrichtung umgeben und vermeiden, das Terrarium mit Ästen zuzubauen.

Im Folgenden sind einie Beispielterrarien für die Haltung von Anolis von den Kleinen Antillen abgebildet.